Aussichtsplattform am Wasserreservoir: Teures Vorzeigeprojekt ohne Fundament?

Das Projekt „Aussichtsplattform Altland“ wird derzeit von der Gemeindeführung vorangetrieben. Was auf den ersten Blick nach einer Aufwertung für Wanderer und Schulklassen klingt, wirft bei genauerer Betrachtung für uns als ZfG-Fraktion erhebliche Fragen auf. Wir sehen das Vorhaben in der aktuellen Form äußerst kritisch.

Fehlendes Konzept und zweifelhafter Bedarf
Ein Bauprojekt dieser Größenordnung – inklusive einer massiven Rampenkonstruktion für den barrierefreien Zugang – muss sich rechtfertigen. Bisher fehlt jedoch jeglicher Beleg dafür, dass die hierfür veranschlagten Besucherströme überhaupt existieren.
Noch schwerwiegender: Es gibt bis heute kein schlüssiges Touristikkonzept, das die Plattform in ein größeres Ganzes einbettet. Ohne eine solche Strategie droht die Plattform zu einer kostspieligen „Insel-Lösung“ zu werden, die zwar schön aussieht, aber am Bedarf vorbei geplant ist.
Fakten werden geschaffen, bevor die Planung steht
Besonders irritierend ist für uns das aktuelle Vorgehen: Obwohl die grundsätzliche Sinnhaftigkeit noch zur Debatte stehen sollte, wurden hinter den Kulissen bereits erste Firmen angefragt, um bauliche Umsetzungen und Kosten für die Rampe zu prüfen. Auch die Kosten für die notwendigen Baumfällungen werden bereits kalkuliert.
Für uns als ZfG-Fraktion stellt sich die Frage: Warum werden hier bereits Tatsachen geschaffen und Angebote eingeholt, bevor die Bürgerbeteiligung und eine fundierte Bedarfsanalyse stattgefunden haben?
Eingriff in die Natur für ein „Vielleicht“?
Um die moderate Steigung der Rampe zu realisieren, ist ein massiver baulicher Eingriff nötig, dem zahlreiche Bäume zum Opfer fallen würden. Wir fragen uns: Ist es zu rechtfertigen, gewachsene Natur zu opfern, wenn weder ein touristischer Masterplan noch gesicherte Besucherzahlen vorliegen?
Unsere Forderung
Wir als ZfG-Fraktion fordern:
  1. Erst das Konzept, dann der Bau: Vor weiteren Planungsschritten muss ein tragfähiges Tourismuskonzept für Altland vorgelegt werden.
  2. Transparenz bei den Kosten: Eine ehrliche Auflistung aller Kosten – von den Baumfällungen bis zur langfristigen Instandhaltung der Rampe.
  3. Realitätscheck: Eine fundierte Schätzung, ob Schulklassen und Wandergruppen dieses Angebot in dem Maße nutzen werden, das diesen Aufwand rechtfertigt.
Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass Steuergelder in Altland sinnvoll und nachhaltig investiert werden, statt in Prestigeobjekte ohne klaren Nutzen.
(Meinungsbeitrag der ZfG-Fraktion)

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